Seelter Foonkieker - Bahnfahrten durchs Westermoor
Moorkultur Ramsloh

 

 

www.moorkultur-ramsloh.de

 

In den Jahren 1917 bis 1919 wurde von dem hier in Ramsloh ansässigen Kaufmann Lanwer eine Fläche von rund 400 ha von den Ladwirten entlang der Grenze zu Ostfriesland aufgekauft und zum Teil drainiert, um diese Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen.

Im Jahre 1920 wurde das Moorgut, das ca. 5 km von Ramsloh in Richtung Westen nach Burlage hin liegt, errichtet. Von Burlage nach Ramsloh bestand immer eine Weganbindung, auf der auch sehr früh Gleis verlegt wurde, um z.B. die Milch von Burlage nach Ramsloh über Gleis zur Molkerei zu transportieren.

Anfang der 20er Jahre wurde der Betrieb dann von Herrn Lanwer an die Oldenburgische Moorgutgesellschaft (OMG) verkauft, die die Landwirtschaft weiter forcierten. Es waren Ausgang der 20ger Jahre ca. 400 ha Hochmoor kultiviert, drainiert und entwässert. Die OMG erwarb weiter Flächen dazu und errichtete Ende der 20ger Jahre einen Weißtorfbetrieb auf ca. 200 ha Abtorfungsfläche. In Ramsloh wurde eine Fabrikationsanlage am Bahnhof erstellt.

1941 kaufte die Firma Krupp den torf- und landwirtschaftlichen Betrieb von der OMG, da sie vom Schießplatz Meppen, der ca. 50 km vom Moorgut Ramsloh entfernt liegt, diesen Bereich als Aufschlaggebiet für die weittragenden Waffen benötigte. Die Firma Krupp kaufte noch den Brenntorfbetrieb der Firma Strenge Ocholt in der Gemarkung Ostrhauderfehn dazu, so dass der Betrieb seinerzeit eine Ausdehnung von rund 880 ha erfahren hat.

1957 übernahm die Bundesrepublik Deutschland de Betrieb von der Firma Krupp und führte den Betrieb in Eigenregie weiter. Der Werkstattbetrieb wurde während dieser Zeit weiterentwickelt, der Torf- und Moorbetrieb auf die Erfordernisse des heutigen Marktes abgestellt. Des kamen noch rund 250 ha Staatflächen (Esterweger Dose) hinzu. Der Betrieb hatte seine größte räumliche Ausdehnung.

1959 wurde der Betrieb an den bisherigen Geschäftsführer verpachtet mit der Maßgabe, Flächen aus dem Betrieb sofort herauszugeben, ohne die Möglichkeit der Kostenaufrechnung, wenn der Staat dies fordert. So war von 1962 – 1971 auf dem Moorgut Ramsloh eine Außenstelle von Lingen als Strafanstalt.

Zwischen 1975 und 1989 nahm der Bund 500 ha aus der Pachtfläche für den Staat in Beschlag und errichtete darauf die Längswellensendestation Ramsloh. Dieses war für den Betrieb ein großer Aderlass. Es wurden große Anstrengungen unternommen, um auf ehemals landwirtschaftlichen Privatbesitz den Abbau auszudehnen, um den Verlust an Fläche wettzumachen. Der Brenntorfbetrieb kam durch die Längswellensendestation zum Erliegen.

Bereits Ende 1980 wurde auf dem Moorgut Ramsloh ein Mahl- und Mischanlage für lose Substrate erstellt. Es wurden nun in einer neuen Fabrikationsanlage in Ramsloh Foliensäcke mit Torfsubstraten und Blumenerden für den Erwerbsgartenbau und für den Kleingärtner befüllt. In den folgenden Jahren wurden die Produktionsanlagen ständig modernisiert und erweitert.

1999 wurden von uns von der Bundesrepublik Deutschland sämtliche Gebäude und Wege übernommen. Die Bundesflächen sind aufgeteilt worden, einen Teil der Flächen hat Mercedes für Renaturierungsmaßnahmen übernommen (Ausgleichsfläche für Mercedes Teststrecke) und wir haben die Restflächen gekauft bzw. werden sie in den nächsten Jahren käuflich vom Bund erwerben, um sie ebenfalls nach Torfabbau der Renaturierung zurückzuführen.

Der Gesamtbetrieb beschäftigt rund 60 Mitarbeiter einschließlich unseres Tochterunternehmens, des Union Torfwerks in Scharrel, das auch zum Verbund gehört.

Durch eine vom Landkreis Cloppenburg ausgestellte Torfabbaugenehmigung sind wir in die Lage versetzt worden, weitere 450 ha in die Abtorfung mit aufnehmen zu können, so dass uns heute rund 1000 ha, wenn man alte und neue Flächen zusammennimmt, für die Abtorfung zur Verfügung stehen. Dieses Potential verspricht uns eine Lebenserwartung für unseren Betrieb bis ca. 2035.